Wie wird man eigentlich Übersetzer?


Diese Frage stellen sich oftmals nicht nur junge Menschen, die bald die Schule beenden und auf der Suche nach einem passenden Beruf für sich sind. Denn Übersetzer oder Dolmetscher werden manche auch erst auf dem zweiten Bildungsweg. Hier führen tatsächlich viele Wege nach Rom.

Aber von vorn.

Zunächst ist zu sagen, dass die Berufsbezeichnung „Übersetzer“ bzw. „Dolmetscher“ in Deutschland nicht geschützt ist und sich prinzipiell jeder so nennen und in diesem Bereich arbeiten könnte.



Der klassische Weg zum Beruf des Übersetzers führt aber über ein Studium.
Liegen einem schon in der Schule Fremdsprachen, hat man vielleicht Lust diese noch zu vertiefen oder sogar weitere Sprachen dazu zu lernen und hat man außerdem ein gewisses Interesse an anderen Kulturen, ist dies schon mal eine gute Voraussetzung für ein Translationsstudium.
Dann gilt es, die passende Universität oder Fachhochschule für sich zu finden.
Übersetzen und/oder Dolmetschen wird an vergleichsweise wenigen Hochschulen in Deutschlang gelehrt (7 Universitäten, 7 Fachhochschulen, 1 Fernuniversität). In großen Teilen gleichen sich die Inhalte des Studiums an den verschiedenen Standorten natürlich, aber es ist zum Beispiel nicht jede Sprachkombination überall wählbar.
Hat man einen Studienplatz an einer Hochschule bekommen, erwarten Studierende im Grundstudium meist erst einmal einführende Lehrveranstaltungen, die sehr viel Theorie vermitteln. Hierzu gehören klassischerweise Vorlesungen zu Grundlagen der Sprach- und Übersetzungswissenschaft, zu Methoden des Übersetzens und auch des wissenschaftlichen Schreibens.
Man darf sich ein solches Studium also nicht als reines „Sprachenlernen“ vorstellen. Es wird, im Gegenteil, gleich zu Anfang ein hohes Niveau in den gewählten Fremdsprachen vorausgesetzt, das während des Studiums nur bedingt durch lehrplanmäßige Kurse an der Hochschule, sondern eher im Selbststudium ausgebaut wird. Entgegen einiger Vorurteile werden Translationsstudierende an der Hochschule also in der Regel nicht zum „wandelnden Wörterbuch“. Hierbei darf ebenfalls nicht unterschätzt werden, wie wichtig das perfekte Beherrschen der eigenen Muttersprache ist, um ein guter Übersetzer/Dolmetscher werden zu können.
Nach den ersten eher theoretischen Semestern lernen Studierende nun verschiedene Textarten aus verschiedenen Fachbereichen wie zum Beispiel Technik, Wirtschaft, Recht oder auch Medizin kennen, wo deren Besonderheiten und Schwierigkeiten liegen und wie sie als Übersetzer diesen begegnen können. Häufig werden dann noch aufbauende (Master-) Studiengänge zu einigen Fachbereichen, meist Technik, angeboten.
Neben praktischen Übersetzungsübungen ist auch die Terminologiearbeit ein fester Bestandteil der meisten Studiengänge, ebenso wie vergleichende Kulturwissenschaften zu den jeweiligen Sprachräumen. Oft werden praxisnahe Übersetzungsprojekte von Studierenden bearbeitet, die Aufträgen aus dem realen Übersetzer-Alltag gleichen. Hierbei spielen dann auch Übersetzungstools, wie sie heute in der Regel von allen Übersetzern und Unternehmen genutzt werden, eine Rolle.
Darüber hinaus gehört ein Auslandsaufenthalt in Form eines Hochschulsemesters oder eines Auslandspraktikums bei den meisten Hochschulen zum Pflichtprogramm, genauso wie ein Wahlbereich, durch den sich Studierende ggf. schon in einen Bereich orientieren können, in dem sie später einmal tätig werden möchten. Hier stehen dann häufig Fächer wie Betriebswirtschaftslehre zur Wahl, was idealerweise auch gleich ein bisschen Grundwissen für eine spätere Selbstständigkeit vermitteln kann.

Das klassische Studium ist allerdings nicht der einzige Weg, um professioneller Übersetzer oder Dolmetscher zu werden. Es gibt auch die Möglichkeit, eine staatliche Prüfung oder eine IHK-Prüfung abzulegen, um die Bezeichnung „(staatlich) geprüfter Übersetzer/Dolmetscher“ führen zu dürfen. Dies ist zum Beispiel für nicht-deutsche Muttersprachler interessant, die in Deutschland leben, Deutsch als Zweitsprache sehr gut beherrschen und die bereits ein technisches Studium abgeschlossen haben. Sie verfügen über ein spezifisches Fachwissen und sind durch ihre Zweisprachigkeit mit idealen Bedingungen ausgestattet, um als Übersetzer tätig zu sein.
Die Voraussetzungen für diese Prüfungen sind andere als für die Zulassung zu einem Studium.

Wenn man Übersetzer werden möchte, sollte man sich vorher auch einmal Gedanken darüber machen, ob auch die persönlichen Eigenschaften zum Berufsbild passen und sich klar machen, wie der Berufsalltag eines Übersetzers aussieht.
Übersetzer sollten besonders pünktlich und zuverlässig sein, denn sie arbeiten stets mit Abgabefristen, welche nicht selten recht kurzfristig angesetzt sind. Außerdem sollte sie eine gewisse Geduld auszeichnen, da ihre Tätigkeit in der Regel mit langem Sitzen einhergeht und hin und wieder auch ein wenig eintönig werden kann. Man sollte als Übersetzer Spaß an Sprache, ein Auge für Details und sprachliche Feinheiten haben, sowie auch ein gewisses Interesse an Technik bzw. technischen Anwendungen mitbringen, um qualifiziert und gern mit den bereits genannten Übersetzungsprogrammen/-tools zu arbeiten, welche heute unverzichtbar sind.
Zum Berufsalltag von Übersetzern ist zu sagen, dass die meisten früher oder später freiberuflich tätig sind. Das heißt, man hat einerseits viel Gestaltungsspielraum bzgl. des Arbeitsalltags, andererseits aber auch kein geregeltes, fixes Einkommen. Außerdem muss man sich um alle geschäftlichen Prozesse (wie die Verwaltung, Buchhaltung, Versicherungen, Werbung, etc.) selbst kümmern.
Hinzu kommt, dass man als Übersetzer fortwährend ein hohes Niveau in seinen Fremdsprachen halten muss, was regelmäßiges und zeitintensives Fortbilden erfordert. Mit dem erfolgreichen Abschließen eines Studiums oder einer anderen Prüfung ist es nicht getan.
All dies liegt in der eigenen Verantwortung und gehört zum Berufsbild eines Übersetzers.

Dolmetschen erklärt


Sabine, Dolmetscherin aus Hannover
erklärt uns Details aus dem Alltag einer Dolmetscherin

Unsere Übersetzer


Patrick, Übersetzer aus Berlin

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Glenn, Übersetzer aus England
Aufgewachsen in Oxford, war ich schon als Jugendlicher fasziniert von all den Sprachen, die ich auf der Straße hörte und ich war mir sicher, dass ich eines Tages mindestens eine andere Sprache sehr gut beherrschen würde. Nach mehreren Ausbildungen, vom Lkw-Fahrer, Mechaniker bis hin zum Gesundheits- und Sicherheitsberater und nachdem ich auch einen Abschluss in Deutsch hatte, wurde mir klar, dass dies die idealen Voraussetzungen waren, um technische Texte zu übersetzen. Das tue ich nun schon seit 18 Jahren und ich liebe meinen Beruf! Eine Zeit lang war ich auch als Sprachlehrer tätig. Das Unterrichten hat mir ebenfalls Spaß gemacht.
Meine Hobbies sind ebenso vielfältig wie mein Arbeitsleben: Gedichte, Fotografie, Keramik, Bildhauerei, Grafik, Tischlern, Innenarchitektur, Motorräder, Mountainbikes, Laufen, Yoga. Seit Kurzem habe ich den Titel „Chartered Linguist“ erworben und möchte gern eine weitere Fremdsprache lernen.

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Dan, Übersetzerin und Industriedesignerin aus Peking
Ich bin in Peking aufgewachsen und bin dort bis zum Abschluss meines Bachelor-Studiums in Industriedesign (ja, das war was ganz anderes...) geblieben. Mit dem Gedanken „die große weite Welt zu sehen“ bin ich nach Deutschland gekommen und habe erst hier angefangen Deutsch zu lernen. So unberechenbar wie das Leben auch ist, anstatt als Designer weiter zu machen verliebte ich mich in die deutsche Sprache und entschied zwei Jahre später Übersetzen und Dolmetschen zu studieren, und bleibe bis heute diesem Beruf treu. Ich befasse mich nicht nur mit der Technik und Fakten einer Übersetzung, sondern lege auch Wert auf die „Schönheit“ und den „Stil“ meiner Zielsprache.

Ich bin der Überzeugung, wir als Übersetzer tragen große Verantwortung, wie sich eine Sprache weiterentwickelt, wenn auch in einer weit unterschätzten Rolle, als die Schriftsteller oder Sprachwissenschaftler. Was mich an unserem Beruf fasziniert, ist, dass ich durch die Vielfalt der Aufträge immer was Neues kennenlerne und meinen Horizont stets erweitern kann.

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Karen – mit Oma und Opa fing alles an
Als Tochter deutscher Eltern, in Peru geboren und aufgewachsen, Schülerin der deutsch-peruanischen Schule (wo Englisch und Französisch noch dazu kamen), hatte ich das Glück von Geburt an mehrsprachig aufzuwachsen. Schon als Kind musste ich für Oma und Opa aus Hamburg bei ihren Besuchen in Lima dolmetschen und das Wechseln zwischen Sprachen fiel mir immer sehr leicht. Nach einem längeren Aufenthalt in Deutschland, inklusive Studium am Fachbereich für Angewandte Sprachwissenschaften in Germersheim (Deutsch, Spanisch, Englisch), lebe ich heute in Spanien und es ist nicht viel anders: täglich gesprochen wird Spanisch, geschimpft wird auf Deutsch und mit meinen Katzen unterhalte ich mich auf Englisch, um nicht aus der Übung zu geraten.

Ich liebe Reisen, Sprachen und meinen Job, ganz besonders die vielen Menschen, die ich dadurch kennen lernen durfte und darf, und die verschiedenen Themenbereiche, mit denen ich mich beschäftigen muss, die mich faszinieren und von denen ich täglich Neues lerne.

Meine Vorliebe für Technik kommt daher, dass ich die geborene „Tüftlerin“ bin und mich auch ganz besonders für Motoren und Maschinen, und wie sie funktionieren, interessiere. Aber abgesehen von den Themenbereichen an sich, ist dass schönste an meiner Arbeit dazu beitragen zu können, dass die Menschen sich untereinander verstehen (darüber freuten sich auch schon Oma und Opa)!!