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Technische Übersetzungen | Übersetzungsbüro Die Sprachprofis - Blog: Sprache.

 

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Lingua franca, Pidgin
oder schon Kreol?

18.03.2020

Sie verstehen nur Bahnhof?
Was hier für den ein oder anderen vielleicht eher nach besonderen Schmuckstücken oder kulinarischen Köstlichkeiten klingt, sind in Wirklichkeit Bezeichnungen für verschiedene Sprachen bzw. Sprachphänomene.
Als Linguist oder Übersetzer sind Ihnen diese Begriffe sicher nicht fremd, allen anderen Interessierten sei hier einmal kurz beschrieben, was sich hinter dem jeweiligen Ausdruck verbirgt, denn auch Sie benutzen womöglich (oder sogar wahrscheinlich) selbst hin und wieder eine Lingua franca.



Die Lingua franca, eine „fränkische Sprache“?

Mit dem, was wir heute gemeinhin als „Fränkisch“ bezeichnen, hat die Lingua franca tatsächlich überhaupt nichts zu tun. Übersetzt bedeutet dieser italienische Begriff zwar wirklich „fränkische Sprache“, gemeint ist aber entweder
a) eine im Mittelalter entstandene und gesprochene Handels- und Verkehrssprache
oder
b) eine natürliche Sprache, die Personen mit unterschiedlichen Muttersprachen als Verkehrssprache dient.

Erste Formen der ursprünglichen Lingua franca (a) wurden vermutlich in der Zeit der Kreuzzüge entwickelt, aber erst ab dem 16. Jahrhundert gibt es vermehrt Quellen, die ihre Existenz belegen. Es handelt sich bei der Lingua franca um eine eigene Sprache auf romanischer Basis mit Elementen und Einflüssen nicht-romanischer Sprachen, vor allem aus dem Arabischen, Persischen und Griechischen.
Die Benennung als „fränkische“ Sprache rührt wahrscheinlich daher, dass Westeuropäer/„Abendländer“, von Sprechern der zuvor genannten Sprachen damals verallgemeinernd als Franken bezeichnet wurden.
Gesprochen wurde die Lingua franca bis ins 19. Jahrhundert hinein, insbesondere an der Süd- und Ostküste des Mittelmeers. Sie ermöglichte die Kommunikation zwischen Seeleuten und Händlern aus dem arabischen Sprachraum und Europäern, hauptsächlich Italienern, Spaniern und Franzosen.
Sie hat sich nie wirklich als Schriftsprache etabliert.

Wenn heute von einer Lingua franca die Rede ist, bezieht sich der Ausdruck auf eine Sprache, die von Personen mit verschiedenen Muttersprachen als gemeinsame Verkehrssprache herangezogen wird (b). Sie ermöglicht also eine Verständigung, ohne dass ein Dolmetscher oder ähnliches benötigt wird.
Linguae francae spielen auch heute im Hinblick auf den globalen Handel eine große Rolle, sie werden aber auch in Politik, Wissenschaft, Verwaltung und natürlich im Tourismus eingesetzt. Die bekannteste und wichtigste internationale Verkehrssprache ist Englisch. Je nach Schätzung wird es von bis zu 1,5 Milliarden Menschen verstanden – als Mutter-, Zweit- oder Fremdsprache. Daneben sind vor allem Spanisch und Französisch, aber auch Arabisch und Chinesisch zu nennen.
Linguae francae werden aber nicht nur im globalen Kontext genutzt, sondern teilweise auch auf nationaler Ebene. Länder mit mehreren verschiedenen Sprachgemeinschaften machen sich Verkehrssprachen für eine gemeinsame Kommunikation zunutze, so zum Beispiel Indien. Dort werden weit mehr als 100 unterschiedliche Sprachen gesprochen, die Amtssprachen Englisch und Hindi werden aber von allen Bürgern als Lingua franca genutzt und verstanden.

Pidgin und Kreol -– Phänomene einer eroberten Welt

Es gibt Kommunikationssituationen, in denen die Beteiligten keine gemeinsame natürliche Sprache verstehen und sprechen, die ihnen als Lingua franca dienen könnte. Da häufig aber dennoch ein Bedarf an Verständigung herrscht, wird versucht, mit den sprachlichen Mitteln aller Parteien zu kommunizieren, woraus sich in der Geschichte zum Teil ganz neue Sprachen entwickelt haben, die sogenannten Pidgin-Sprachen.

Ein Pidgin hat zunächst keine muttersprachlichen Sprecher. Es ist eine Hilfssprache, die als Fremdsprache erlernt und in ihrer grammatischen Struktur in der Regel stark vereinfacht ist. Solche Sprachen entstanden vor allem in kolonialen Situationen, in denen die Sprache der Kolonialherren auf die der einheimischen Bevölkerung traf. Meist basierte das Pidgin auf der Sprache der dominanten Gruppe, also auf Englisch, Französisch, Spanisch oder Portugiesisch. Ergänzt wurde es mit Elementen der heimischen Sprache und unter gewissen Umständen (Sklaven aus anderen kolonialisierten Ländern) auch weiterer Sprachen, diente aber häufig nur wenigen Zwecken, wie zum Beispiel einer rudimentären Kommunikation für Handel, Arbeit oder mehr oder weniger erzwungene soziale Kontakte, etwa in Arbeitslagern, was eine weitere Ausarbeitung und Entwicklung des Pidgin meist überflüssig machte.
Die mittelalterliche Lingua franca war folglich auch eine Pidgin-Sprache.

Hat sich ein Pidgin nun aber irgendwann sogar zur Muttersprache einer Personengruppe entwickelt, wird es nicht mehr als Pidgin, sondern als Kreol-Sprache bezeichnet. Dafür muss das Pidgin aber lange genug stabil existieren.
Eine Kreol-Sprache unterschiedet sich von ihren Ausgangssprachen in Grammatik und auch im Lautsystem. Gegenüber Pidgin-Sprachen zeichnen sich kreolische Sprachen durch ihr umfangreicheres Vokabular, ihre wesentlich kompliziertere Grammatik und einen einheitlichen Sprachgebrauch aus. Im Allgemeinen besitzen sie zwar eine regelmäßige, aber einfache Grammatik, haben eine feste Wortstellung und vermeiden eher schwierige Lautverbindungen. Ihre, im Gegensatz zu Pidgin, höhere Komplexität, kommt wahrscheinlich daher, dass sie nicht nur zu Kommunikationszwecken eingesetzt werden, sondern auch den expressiven und integrativen Funktionen einer Sprechgemeinschaft gerecht werden mussten/müssen.
Die Kreol-Sprache mit den meisten Sprechern ist das haitianische Kreol, es wird von mehr als zehn Millionen Menschen gesprochen.

Übersetzung oder Transkreation?

28.02.2020

Uns als Übersetzer erreichen häufig Anfragen bzw. Aufträge, die, auch wenn sich die oder der AuftraggeberIn dessen in der Regel gar nicht bewusst ist, einen einfachen Übersetzungsauftrag weit überschreiten. Das reicht dann vom Wunsch nach kleinen Änderungen eines bereits übersetzten Texts, damit dieser z.B. idiomatischer, „griffiger“ klingt, bis hin zu einem Auftrag zum „Korrekturlesen“, welches letztendlich in ausführlichem Um- bzw. Neuschreiben mündet und somit weit über eine „normale“ Übersetzung hinausgeht. Nicht nur, was den zeitlichen Aufwand betrifft, sondern vor allem, was die Kompetenzen des angesprochenen Übersetzers anbelangt. Übersetzungen dieser Art können als „Transkreationen“ bezeichnet werden. Was das genau ist und wo der Unterschied zu einer gewöhnlichen Übersetzung liegt, soll hier im Folgenden einmal kurz erläutert werden.

Transkreation –- Was ist das?
Der Begriff „Transkreation“ ist eine Wortschöpfung aus den Worten „Translation“ und „Kreation“ (oder auch „kreativ“) und bezeichnet einen Prozess, bei dem ein Text nicht nur übersetzt, sondern auch kreativ bearbeitet bzw. durch eigene Kreation des Übersetzers in eine Zielsprache übertragen wird. Es handelt sich also im Grunde schon noch um eine Übersetzung, die Erstellung einer Transkreation erfordert aber ein etwas anderes Vorgehen und andere Denkprozesse des Bearbeitenden. Es werden weniger bestimmte Worte, sondern eher eine bestimmte Vorstellung auf kreative Art und Weise in die Zielsprache übersetzt. Transkreationen werden bisweilen auch als internationales Copywriting oder als Kreativübersetzungen bezeichnet und sind eine Form des übersetzenden Textens.

In welchen Situationen wird eine Transkreation benötigt?
Eine Transkreation kommt in der Regel meistens dann zum Einsatz, wenn Texte in eine andere Sprache übertragen werden sollen, die nicht bloß reine Fakten, sondern auch Emotionen transportieren müssen. Bei technischen Dokumenten wie Gebrauchsanweisungen und ähnlichem spielt dies also keine große Rolle.
Marketing-, PR- oder Werbetexte (wie z.B. Slogans) hingegen vermitteln, häufig mit nur wenigen Worten, eine präzise Botschaft und wecken beim Publikum eine bestimmte Vorstellung, bestimmte Gefühle. Da dies aber oftmals vor dem Hintergrund von landes- bzw. kulturspezifischem Wissen, gängigen Redewendungen und anderen sprachlichen Mitteln geschieht, würde eine herkömmliche Übersetzung hier ins Leere laufen. Bei einer Transkreation werden genau solche Inhalte identifiziert und die veränderten kulturellen Bedingungen und Zusammenhänge berücksichtigt, um mit äquivalenten Möglichkeiten der Zielsprache und -kultur einen neuen Text zu kreieren. Man könnte sozusagen auch vom „Einbürgern“ eines Textes sprechen.


Ein konkretes Beispiel für eine Transkreation ist der Werbeslogan der Supermarktkette LIDL. Aus dem in Deutschland genutzten Original „LIDL lohnt sich“ wurde in Italien „LIDL è per te“ („LIDL ist für dich“) und in der italienischen Schweiz „Lidl conviene sempre“ („LIDL passt immer“).

Worin besteht der Unterschied zu einer „normalen“ Übersetzung?
Bei einer „normalen“ Übersetzung, insbesondere bei technischen Texten, kann sich der Übersetzer häufig am Ausgangstext entlanghangeln, ohne großartig von der Struktur und Wortwahl des Originals abweichen zu müssen. Ganz im Gegenteil: die Terminologie spielt sogar eine wichtige Rolle und darf unter keinen Umständen im Rahmen kreativer Freiheit ausgetauscht oder verändert werden.
Das Vorgehen bei einer Transkreation hingegen ist ein völlig anderes. Hier wird der Ausgangstext zu Beginn des Prozesses einmal komplett dekonstruiert. Der Übersetzer muss die spezifischen sprachlichen Verweise erkennen, herausarbeiten und angemessen für das Zielpublikum aufbereiten. Außerdem ist bei solchen Texten ein vorheriges Briefing extrem wichtig, bei dem Auftraggeber und -nehmer genau klären können, was der Zieltext am Ende vermitteln soll.

Was zeichnet eine „gute“ Transkreation aus?
Inwieweit darf/sollte man sich vom Original lösen?
Speziell Marketing- und Werbetexte sollen ihr Publikum nicht bloß erreichen, sondern vor allem bewegen. Von einer guten, erfolgreichen Transkreation kann man sprechen, wenn der adaptierten Fassung die Adaption nicht anzumerken ist. Der Text muss zum Zielmarkt passen – sowohl in sprachlicher und inhaltlicher, als auch in kultureller und funktioneller Hinsicht.
Ziel und zugleich Herausforderung bei der Erstellung einer Transkreation ist es, sich bewusst weit vom Ausgangstext zu lösen und in die Welt des Zielpublikums einzutauchen, damit der zielsprachliche Text bei seinem Leser die gleichen Gefühle hervorruft wie das Original im Leser der Ausgangssprache.

Oftmals bietet sich für Kunden eine Kombination aus mehreren Services an, beispielsweise eine Transkreation für einen Slogan, Copywriting für den Blog des Unternehmens und eine Adaption für Pressemitteilungen.
In jedem Fall sollten Auftraggeber transkreative Leistungen von Beginn an angemessen begleiten, um somit das bestmögliche Ergebnis dabei heraus zu holen.

 

Übersetzen in der Europäischen Union

17.02.2020

Der Staatenverbund der Europäischen Union umfasst, nach kürzlichem Austritt des Vereinigten Königreichs, 27 Mitgliedsstaaten, in denen 24 verschiedene Amtssprachen gesprochen werden. Dass Übersetzen in der EU also ein großes Thema sein dürfte, versteht sich von selbst.
Die verbreitetsten Sprachen sind Englisch, Deutsch und Französisch, welche, inklusive Spanisch, auch häufig als Relaissprache fungieren. (Unter „Relaissprache” versteht man die Übersetzung aus einer Originalsprache, die wiederum als Basis für weitere Übersetzungen herangezogen wird.)

Um aber nicht jedes Mal den Umweg über eine Relaissprache gehen zu müssen, wenn Angehörige zweier Sprachgemeinschaften miteinander kommunizieren wollen, und damit alle Mitglieder gleichberechtigt am Geschehen und dem Betrieb in der EU teilhaben können, gibt es die Generaldirektion Übersetzung.
Die Generaldirektion Übersetzung übersetzt Texte für die Europäische Kommission in die und aus den 24 Amtssprachen der EU und, falls erforderlich, auch aus einigen weiteren. Die hier tätigen Übersetzer übersetzen Strategiepapiere, Rechtstexte, Verwaltungsschreiben und Internetseiten, welche von der Kommission erstellt oder an sie übermittelt werden; üblicherweise in ihre Mutter- bzw. Hauptsprache.

In den Zuständigkeitsbereich der Generaldirektion Übersetzung fällt auch die Unterstützung der Kommission bei der Öffentlichkeitsarbeit, um den Bürgerinnen und Bürgern die EU-Politik näher zu bringen. Sie überarbeitet von Kommissionsbeschäftigten verfasste Originaldokumente, berät Kommissionsdienststellen zu sprachlichen Aspekten und der Verwaltung mehrsprachiger Websites und gewährleistet die richtige Terminologie in allen EU-Amtssprachen. Wie wichtig ein vernünftiges Terminologie-Management für korrekte Übersetzungen ist, haben wir hier ja bereits zuvor schon einmal erläutert. (Terminologiemanagement - Was ist das und welche Vorteile gibt es? »)

Im Falle der EU geschieht dies mit Hilfe der „IATE“-Datenbank. IATE steht für „Interactive Terminology for Europe” und ist die mehrsprachige und interinstitutionelle Terminologie-Datenbank der EU. Seit Sommer 2004 wird sie von den Institutionen und Einrichtungen der EU zum Sammeln, Verbreiten und Verwalten von EU-spezifischer Terminologie genutzt und enthält derzeit über 7.952.000 Benennungen, die von einer in eine der 24 EU-Amtssprachen übertragen werden können – in beliebiger Kombination. Die Datenbank wird fortwährend aktualisiert und auf dem Laufenden gehalten: neue Einträge werden hinzugefügt, alte bzw. nicht mehr zutreffende Benennungen werden gelöscht. Dieses Tool bietet also eine hervorragende Grundlage und Unterstützung für Übersetzer; und das nicht nur innerhalb der EU-Institutionen, denn die Seite ist öffentlich zugänglich und kann von jedem genutzt werden.

Neben der Generaldirektion Übersetzung gibt es auch noch das Übersetzungszentrum für die Einrichtungen der Europäischen Union. Dieses erbringt Sprachendienste (neben Übersetzungen z.B. auch Revisionen, allgemeine Textbearbeitung, Terminologiearbeit, …) für Agenturen und andere Einrichtungen der EU in Europa und arbeitet mit den übrigen Übersetzungsdiensten der EU zusammen. Das Zentrum unterstützt auch die Übersetzungsdienste anderer EU-Institutionen und sonstigen Einrichtungen, wenn diese stark überlastet sind, und hilft ihnen bei Sonderprojekten.
Die Europäische Union stellt auf ihren Seiten auch diverse Hilfsmittel für das Verfassen und Übersetzen von Texten zur Verfügung. Neben der oben erwähnten „IATE“-Datenbank findet man auch eine Übersichtsseite mit Kürzeln und Akronymen aus jeder EU-Sprache, aufgelistet von A-Z, sowie Richtlinien für Übersetzungsdienstleister, die für jede Zielsprache abgerufen werden können und unter anderem feststehende Namen von Institutionen und die Verwaltungsstruktur der EU auflisten. Und damit bereits ein sprachlich einwandfreier und somit leichter zu übersetzender Text von EU-Mitarbeitern und externen Zuarbeitenden erstellt werden kann, findet man dort auch ein recht ausführliches Handbuch zum Thema („Claire’s Clear Writing Tips“).

Ganz zeitgemäß gibt es auf den Seiten der Europäischen Union natürlich auch einen maschinellen Übersetzungsservice. „eTranslation“ ist kostenlos online verfügbar, kann aber, im Gegensatz zu „IATE“, nur von europäischen öffentlichen Verwaltungen, kleinen und mittleren Unternehmen, Sprachfakultäten von Hochschulen und Projekten im Rahmen der Fazilität „Connecting Europe“ genutzt werden. Die Plattform wurde im November 2017 gestartet, es gab aber schon vorher einen maschinellen Übersetzungsservice der Europäischen Kommission. Auch hier kann wieder von allen in alle EU-Amtssprachen übersetzt werden. Dennoch gilt, wie allgemein bei maschinell erstellten Übersetzungen, dass auf diese Weise ausschließlich Rohübersetzungen geliefert werden, die einen groben Überblick über Inhalte und einen Ausgangspunkt für eine spätere, von Menschen erstellte Übersetzung darstellen können. Wer sich näher für das Thema „maschinelle Übersetzung“ interessiert, kann gerne noch weiter in unserem Blog stöbern; auch hierzu gibt es bereits einen kurzen, informativen Artikel. (Was ist maschinelle Übersetzung »)

Neben schriftlichen Texten, die es zu übersetzen gilt, spielt aber natürlich auch das gesprochene Wort innerhalb dieser Institution und seiner verschiedenen Organe eine wichtige Rolle.
Das Europäische Parlament, die Europäische Kommission und der Gerichtshof der Europäischen Union verfügen jeweils über einen eigenen Dolmetschdienst, aber auch Freelance-Dolmetscher sind dort tätig, welche regelmäßig mit den fest angestellten Dolmetscherinnen und Dolmetschern zusammenarbeiten. Im Fokus stehen natürlich wieder die 24 Amtssprachen der EU, aber auch andere Sprachen werden benötigt.
Wie beim Übersetzen werden auch hier hohe Anforderungen an potenzielle Mitarbeiter gestellt. Auf den Seiten der EU findet sich eine genaue Übersicht darüber, welche Fremdsprachen man zu welcher Muttersprache beherrschen sollte (die Situation kann sich allerdings je nach aktueller Lage stets ändern), um überhaupt erst mal für einen Vorauswahltest in Frage zu kommen. Dieser muss bestanden werden, um danach zu einem Akkreditierungstest, welcher direkt in Brüssel vor einem Prüfungsausschuss stattfindet, zugelassen zu werden. Dessen Bestehen sichert dann die Aufnahme in die gemeinsame Datenbank der Vertragsdolmetscher der drei zuvor genannten Organe der EU – ein akribisches Verfahren zur Sicherung höchster Qualität bei häufig sensiblen Themen.

Die Europäische Union ist also im Hinblick auf intersprachliche Kommunikation bestens und umfassend organisiert.

Gruß und Kuss

28.05.2019

Der Kuss dürfte im geschäftlichen Umgang miteinander wohl eher die Ausnahme bleiben. Aber über die Grußformel unter einer Business Email lohnt es sich durchaus nachzudenken. Von einem empathischen „Liebe Grüße“ oder „Herzliche Grüße“ über ein knappes „VG“ bis hin zum formellen „Mit freundlichen Grüßen“ steckt die ganze Bandbreite in unserem Posteingang. Um eine Mail persönlicher zu gestalten, wird manchmal auch ein Ort („aus Berlin“) inklusive Wetterbericht („aus dem sonnigen Hannover“) hinzugefügt.

Wie wäre es aber, wenn Sie Ihre Kunden und Partner in Ihrer deutschen oder englischen Email am Ende mit einer Schlussformel in deren Landessprache überraschen?

Wir haben da etwas vorbereitet. In der Liste unten können Sie je nach Muttersprache Ihres Ansprechpartners eine Grußformel aussuchen und unter Ihre nächste Mail kopieren. Und sollte es Freitag kurz vor Feierabend sein, fügen Sie noch „ein schönes Wochenende“ hinzu. Manchmal machen kleine Dinge einen großen Unterschied.

Sprache

Formell

Informell

und ein schönes Wochenende

Bulgarisch

С уважение,

Поздрави,

С пожелание за приятен уикенд

Dänisch

Med venlig hilsen

Mange hilsener

Eher unüblich

Estnisch

Lugupidamisega

Tervitades

ja ilusat nädalavahetust soovides

Englisch (UK)

Yours sincerely

Best regards

Have a nice weekend

Englisch (US)

Sincerely

Regards

Have a great weekend

Finnisch

Ystävällisin terveisin

Terveisin

Hyvää viikonloppua

Französisch

Salutations distinguées

Cordialement

Je vous souhaite un bon week-end

Italienisch

Cordiali saluti

Cari saluti

Buon fine settimana

Griechisch

Με φιλικούς χαιρετισμούς

Με φιλικούς χαιρετισμούς

Με ευχές για ένα καλό Σαββατοκύριακο

Kroatisch

Srdačan pozdrav

Lijep pozdrav

Ugodan vikend

Litauisch

Pagarbiai

Geros dienos

Gero savaitgalio

Niederländisch

Met vriendelijke groeten

Hartelijke groeten

Fijn weekend

Norwegisch

Med vennlig hilsen

Hilsen

Ha en godhelg.

Polnisch

Z poważaniem

Pozdrawiam

Miłego weekendu

Portugiesisch

Com os melhores cumprimentos

Um abraço

e bom fim de semana

Rumänisch

Curespect

Salutări cordiale

Un sfârşit de săptămânăplăcut

Russisch

С наилучшими пожеланиями

Пока

Eher unüblich

Schwedisch

Med vänliga hälsningar

Hälsningar

och ett trevligt veckoslut

Serbisch

Srdačan pozdrav

Lep pozdrav

Srdačan pozdrav i prijatan vikend

Slowakisch

S pozdravom

S pozdravom

Želimo Vam prijeten konec tedna

Slowenisch

S prijateljskimi pozdravi

Lep pozdrav

Eher unüblich

Spanisch

Atentamente

Un saludo

Eher unüblich

Türkisch

İyi çalışmalar

Sevgiler (loves, plural of love).

İyi hafta sonları

Ukrainisch

З найкращими побажаннями

Пока

Eher unüblich

Ungarisch

Üdvözlettel

Üdvözlettel

Freundliche Grüße und ein schönes Wochenende: Kellemes hétvégét kívánva üdvözlettel.

Wörter auf Wanderschaft

09.05.2019

Neben den falschen Freunden, die wir kürzlich vorgestellt haben, gibt es noch Lehnwörter. Lehnwörter sind das Gegenteil von falschen Freunden: Sie treten in verschiedenen Sprachen auf bedeuten stets dasselbe. Solche Wörter werden vor allem von Sprachen „exportiert“, deren Sprecher einen Einfluss auf andere Kulturen haben. Diese Sprachkontakte entstanden früher durch Völkerwanderungen, Kriege und heute eher dadurch, dass eine Sprechergemeinschaft auf bestimmten Gebieten führend in der Forschung oder anderweitig sehr erfolgreich ist.

Manche beklagen sich über die große Zahl von Anglizismen, die seit einigen Jahren in die deutsche Sprache eingeflossen sind. Vorher allerdings gab es auch deutsche Wörter, die in das Englische aufgenommen wurden, wenn auch in geringerem Ausmaß. So spricht man von hinterland, strudel, zeitgeist, weltschmerz, (German) angst.

Lehnwörter

Als echte Exportschlager kann man kindergarten, schnaps, kitsch, kaputt, zickzack bezeichnen. Diese Wörter existieren in mindestens sieben Sprachen.

In Russland isst man gern butterbrot, wobei das Brot allerdings mit vielen Dingen, außer mit Butter belegt ist. Brandmauer bedeutet im Russischen das, was wir interessanterweise als Firewall bezeichnen. Wenn die Kurse an der Börse extrem fallen, herrscht in New York und London Panik vor einem krach, deutsche Börsianer hingegen fürchten sich vor einem Crash.

Was nicht passt, wird passend gemacht: Lehnwörter werden manchmal an die eigene Aussprache oder Schreibweise angepasst. Aus dem Kugellager wird im Finnischen kuulalaakeri.

Wenn in Japan das Wort Arubaito fällt, geht es um nicht um Arbeit im Allgemeinen, sondern um einen meist ungeliebten Nebenjob.

Der Stern von Hannover

23.04.2019

Falsche Freunde

08.04.2019

Wer braucht schon falsche Freunde? Weder im wahren Leben noch in der Interlinguistik sind sie erwünscht. Je schneller man sie identifiziert, desto besser.

Sprachlich versteht man darunter Wörter, die in zwei verschiedenen Sprachen gleich oder sehr ähnlich klingen, aber etwas ganz anderes bedeuten.

Wissen Sie, was sich hinter den folgenden Begriffen verbirgt?

 

False friends

Chef

 
Übersetzungsbüro Hannover
technische Übersetzungen aus Hannover

Im Englischen ist der Chef ein „boss“. Der „chef“ arbeitet in Restaurants als Koch.

 

engaged

 
Übersetzungsbüro Hannover
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Der Zustand zwischen verliebt und verheiratet, also verlobt. Jemand, der sich engagiert, wird im Englischen als „committed“ bezeichnet.

 

Hose

 
Übersetzungsbüro Hannover
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Das dürfte als Kleidungsstück ziemlich eng werden, denn es bedeutet „Schlauch“.

 

Billion

 
Übersetzungsbüro Hannover
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Ein schwieriger Fall. Aus dem Mund eines Briten heißt es ebenfalls „Billion“. Für Amerikaner ist es nur eine Milliarde.

 

Gymnasium

 
Übersetzungsbüro Hannover
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Hier wird im Englischen nicht Latein gelernt, sondern Sport getrieben. Es ist eine Turnhalle. Das deutsche Wort „Gymasium“ wird mit „grammar school“ (BE) oder „high school“ (AE) übersetzt, obwohl die Schulsysteme nicht direkt vergleichbar sind.

 

Handy

 
Übersetzungsbüro Hannover
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Das haben Sie wahrscheinlich schon gewusst: das Ding, ohne das unser Leben nicht mehr denkbar ist, heißt auf Englisch „mobile phone“ oder „cellphone“. Im Englischen ist „handy“ ein Adjektiv und bedeutet „praktisch“.

 

Faux amis

Regisseur

 
Übersetzungsbüro Hannover
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Dasselbe Wort für zwei verschiedene Berufe. Im Französischen versteht man unter „régisseur“ einen Verwalter, ein Regisseur dagegen ist ein „metteur en scène“.

 

Tablette

 
Übersetzungsbüro Hannover
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Nehmen Sie bei Kopfschmerzen in Frankreich lieber „un comprimé“, denn „une tablette“ wäre ein „Brett“ (oder „Fach“). Davon könnten die Kopfschmerzen nur noch schlimmer werden.

 

Rakete

 
Übersetzungsbüro Hannover
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Besser, der Gegner bewaffnet sich mit „la raquette“, denn das ist ein friedlicher Tennisschläger. „Rakete“ heißt auf Französisch „missile“.

 

Falsos amigos

El vaso

 
Übersetzungsbüro Hannover
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Bitte nur aus el vaso (Glas) trinken! Nicht aus der Vase.

 

El mantel

 
Übersetzungsbüro Hannover
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Im Winter in „el mantel“ herauszugehen, dürfte für Aufsehen sorgen und zumindest in Deutschland zu kalt sein, denn es bedeutet „Tischtuch“. Ziehen Sie in Spanien lieber „un abrigo“ an.

 

La carta

 
Übersetzungsbüro Hannover
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In „una carta“ können Sie viel mehr schreiben als auf einer Postkarte. „La carta“ heißt „Brief“, eine Postkarte ist „una postal“. Für den geografischen Überblick empfiehlt sich „una mapa“ (oder Google Earth) und beim Kellner bitten Sie um „el menú“.

 

La infusión

 
Übersetzungsbüro Hannover
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Wenn man Ihnen im Restaurant „una infusión“ anbietet, müssen Sie nicht fürchten, dass der Küchenchef einen schlechten Tag hatte. Es ist nur ein Kräutertee. Das deutsche Wort „Infusion“ bedeutet „el suero“.

 

Und dann gibt es noch Wörter, die gleich geschrieben werden, und auch tatsächlich dasselbe bedeuten. Dazu mehr im nächsten Artikel!

  • Bei den Sprachprofis fühlen wir uns sehr gut aufgehoben. Die Übersetzungen sind keine puren Übersetzungen, es sind Übertragungen in eine richtige (Werbe-)Sprache mit sehr viel Gespür für die zu transportierenden Inhalte. Und das auch noch schneller als so mancher Texter texten würde… Die Bereitstellung der Terminologie-Datenbank für die gemeinsame Nutzung ist darüber hinaus ein perfekter Service und hilft uns als Kunde enorm.
    Electrolux Hausgeräte GmbH
  • Wir sind mit den schnellen und zuverlässigen Übersetzungen von teilweise recht spontanen Übersetzungsaufträgen sehr zufrieden. Wir freuen uns auf eine weiterhin gute Zusammenarbeit.
    Vector Informatik GmbH
  • Seit fast 20 Jahren können wir auf die Sprachprofis bei unseren Übersetzungen zählen. Dabei überzeugt uns immer wieder die gute Qualität der Übersetzungen sowie die termingetreue Lieferung der Texte.
    PROFIBUS Nutzerorganisation e.V.
  • Wir arbeiten schon seit vielen Jahren mit den Sprachprofis zusammen. Sie liefern uns Übersetzungen für anspruchsvolle technische Fachtexte in einer Vielzahl von unterschiedlichen Sprachen – und das immer schnell und zuverlässig. Wir sind sehr zufrieden mit den Sprachprofis.
    K. A. Schmersal Holding GmbH & Co. KG
  • Angebote werden immer sehr zeitnah erstellt und die Übersetzungen wurden bisher nie verspätet geliefert. Auch wurde immer darauf geachtet, Layout, Verweise u.ä. beizubehalten. Wir sind sehr zufrieden mit der Zusammenarbeit.
    Harburg-Freudenberger Maschinenbau GmbH
  • Es ist nicht leicht, qualifizierte Übersetzungsdienstleister für die Bauindustrie zu finden. Deshalb sind wir froh, mit den Sprachprofis zusammenzuarbeiten. Neben den Übersetzungen von diversen Produktübersichten und Marketingtexten haben Sie auch unser aktuelles Fachbuch "Erfüllung höchster Qualitätsansprüche an elastomere Lagerungstechnik im Bauwesen" übersetzt, worüber unsere Kunden und Partner begeistert waren.
    Calenberg Ingenieure GmbH