Copywriting kurz erklärt


Auch wenn Sie jetzt im ersten Moment vielleicht nicht sofort wissen, was genau denn Copywriting sein soll und womit sich ein Copywriter womöglich beschäftigt, was seine Aufgaben sind, lassen Sie sich zumindest schon einmal gesagt sein, dass Sie, wahrscheinlich sogar tagtäglich, irgendwie mit Copywriting in Kontakt kommen.

Allein aus beruflichem Interesse möchten wir diesen Terminus aber als erstes einmal vom Englischen ins Deutsche übersetzen.
Dass es sich bei einem Copywriter nicht wortwörtlich um einen „Kopienschreiber“ handelt, wird auch jedem, der diesen Beruf unter der Bezeichnung noch nicht kennt schnell klar sein.
Um das Schreiben geht es aber sehr wohl, nämlich um das Schreiben von werblichen Texten. Im Verlagswesen steht der Begriff copy für Werbetexte (verschiedenster Art), ein Copywriter ist also ein Werbetexter.

Was genau passiert nun also beim Copywriting?

Es gibt zahlreiche Bereiche und Anwendungsfelder, in denen Copywriting benötigt wird. Das reicht vom Online-Bereich und der Erstellung von Websites (darin inbegriffen häufig auch Suchmaschinenoptimierung), E-Mail-Marketing (z.B. Newsletter) und Blogs über das Texten von Anzeigen, Kampagnen oder auch PR-Meldungen bis in die analoge Welt mit der Erstellung von Broschüren, Texten für Magazine usw.

Ganz grob gesagt ist die Hauptaufgabe eines werblichen Texts, seinen Leser bzw. Empfänger anzusprechen und dann sein Interesse und sein Verlangen zu wecken, eine bestimmte Handlung, in der Regel einen Kauf, zu vollziehen. Im Marketing ist das Ganze als AIDA-Prinzip bekannt.
Idealerweise sagt ein Text seinem Leser also, wie er sich nach Betrachtung einer Werbung verhalten soll. Man spricht hier auch von einem Call-to-Action, einer klaren Aufforderung oder Information, die häufig nicht durch eine bildliche Darstellung allein vermittelt werden kann.
Beispiele sind „Worauf warten Sie noch?“, „Jetzt Whitepaper herunterladen“, „Schon probiert?“ oder auch „Share with your friends“.

Copywriter

Für ein gelungenes Copywriting ist im Vorfeld nicht nur eine umfassende Recherche des jeweiligen Texters wichtig, auch Besprechungen mit den Auftraggebern sowie detaillierte Briefings sind unbedingt nötig, damit nicht am Thema und der Message vorbeigetextet und der Erfolg einer Kampagne o.ä. gesichert wird.

Je nach Anwendungsfeld kommen häufig noch spezielle Anforderungen hinzu, z.B. bei Texten für Broschüren. Diese dürfen, im Vergleich zu Webtexten, eine bestimmte Länge, einen vorgegebenen Rahmen nicht überschreiten. Dieser wird bei der Konzeption einer Broschüre eingeplant und der spätere Text MUSS sich darin einfügen. Dies kann auch bei der Übersetzung von werblichen Texten von großer Bedeutung sein, z.B. bei einer Übersetzung vom Englischen ins Deutsche, da die deutsche Sprache in der Regel mehr Zeichen benötigt als die englische. Dem Übersetzer kommt an dieser Stelle also manchmal eine ähnliche Aufgabe zu, wie dem Copywriter – die Message muss mit einer begrenzten Zahl an Zeichen genauso rübergebracht werden wie im Original.

Beim Anzeigen-Copywriting liegt der Fokus auf den oben erwähnten Call-to-Actions. Diese müssen wirklich gelungen sein, denn meistens fehlen Bilder, die eine Aussage unterstützen könnten. Und auch hier haben die Texte nur eine beschränkte Länge; es sind also kurze, knackige Aufrufe gefragt, was auch von einem möglichen Übersetzer solcher Anzeigentexte beachtet werden muss und den Übersetzungsprozess oftmals erschwert.
Nehmen wir das oben genannte Beispiel „Share with your friends“. Im Deutschen wäre der erste Impuls die Aufforderung mit „Teilen Sie (es) mit Ihren Freunden“ zu übersetzen, aber damit überschreitet man zum einen die Anzahl an Zeichen des englischen Ausgangstexts, zum anderen klingt diese Bitte im Vergleich zum Original etwas zu gestelzt.
Ein erfahrener Übersetzer weiß hier nun, welche Tonalität angemessen ist und ob im gegebenen Kontext vielleicht auch eine lockerere (und kürzere) Variante wie zum Beispiel „Zeig’s deinen Freunden“ passend wäre.

Die Herausforderung bei PR-Meldungen besteht darin, für die Allgemeinpresse einen Ton anzuschlagen, der möglichst viele Menschen anspricht. Der Satzbau muss einfach sein. Die Sätze kurz. Das Auge findet so schnell Orientierung. Sie merken – so wird‘s sofort einfacher zu lesen.
Copywriting in diesem Bereich stellt außerdem hohe Anforderungen an den jeweiligen Texter: Ihr/ihm bleibt keine Zeit für langes Einarbeiten, das Thema muss schnell erfasst, verstanden und in Text umgesetzt werden können, damit eine Neuigkeit auch wirklich noch neu ist, wenn sie publiziert wird.

Texte für ganze Kampagnen zu schreiben ist wohl eine Art Königsdisziplin im Bereich Copywriting, denn hier kommt alles zusammen. Eine Kampagne vereint häufig alle Elemente des Marketings unter einem Dach. Dabei muss man besonders darauf achten, dass der Text dieselbe Tonalität aufweist und dabei sowohl in kurzer als auch in langer Form als zusammengehörig gesehen wird. Leser sollten erkennen, dass die Kampagne einen roten Faden hat, der sich auch durch die verschiedenen Texte zieht. Egal, ob sie sich einen 2000-Wörter-Text auf einer Unterseite der Website oder einen 30-Wörter-Text in einer Zeitungsanzeige ansehen.

Einfache, wörtliche Übersetzungen sind zwar äußerst selten die richtige Wahl, wenn es darum geht, einen Text sinn- und wirkungsgetreu von einer Sprache in eine andere zu übertragen, aber gerade im Bereich der Werbesprache liegen einem Übersetzer hier noch weitere, spezielle Stolpersteine im Weg. Besonders Kampagnen müssen für andere Zielmärkte oft in Gänze neu gestaltet werden und eine sogenannte kulturelle Adaption durchlaufen. Nicht nur Bilder, auch Aussagen, Aufforderungen und Fragen funktionieren nicht in allen Teilen der Welt gleich gut oder schlecht. Bei Anpassungen im größeren Rahmen bewegt man sich dann oft nicht mehr im Bereich einer „normalen“ Übersetzung und spricht eher von einer Transkreation, da Inhalte häufig komplett neu gedacht werden müssen, um ein anderes Zielpublikum genauso zu erreichen wie das ursprüngliche.

Als Copywriter und auch Übersetzer ist man also entscheidend am Erfolg einer Kampagne o.ä. beteiligt.

Und was muss ein Copywriter machen bzw. können?

Gute Texte zu schreiben ist nicht einfach. Und vor allem zeitaufwendig. Auch wenn Sie heute beruflich nicht damit zu tun haben, erinnern sie sich vielleicht noch an Ihre Schulzeit und daran, wie es war, unter Zeitdruck einen Aufsatz oder ähnliches zu verfassen. Nicht immer leicht. Und nicht immer durch ein gutes Ergebnis gekennzeichnet.

Ein Copywriter muss sich zunächst fragen, wer die Zielgruppe des zu verfassenden Texts ist und ein Gefühl dafür entwickeln, wie diese durch einen Text angesprochen werden kann bzw. was ihr gefallen könnte und wie er oder sie die Mitglieder dieser Zielgruppe von einer Einstellung überzeugen und zu einer Handlung bewegen kann. Copywriter müssen mit Worten Emotionen erzeugen.
Sie müssen sich auch fragen, was der potenzielle Kunde sucht, welche Fragen dieser haben könnte und was die ideale Antwort darauf wäre. Außerdem sollten sie sich auch über Konzept und Strategie ihres Auftraggebers Gedanken machen und ggf. alte Texte und Unterlagen des Unternehmens zum Abgleich oder auch als „Antibeispiel“ heranziehen. Es werden also durchaus analytische Fähigkeiten benötigt.

Auch grundlegende Marketingkenntnisse, wie z.B. die Anwendung des oben erwähnten AIDA-Prinzips, zeichnen einen guten Copywriter aus.

Branchen sind stets im Wandel, ihre Kommunikation ändert sich, daran muss sich auch ein Copywriter anpassen. Wo sich früher noch ganz selbstverständlich gesiezt wurde, da sind die Menschen in den letzten Jahren viel lockerer geworden und dort wird heute auch der Chef des Chefs entspannt mit „Du“ angesprochen.
Auch eine gute Portion Neugier gehört mit dazu, denn die meisten Copywriter schreiben nicht nur für eine Branche, sondern für mehrere und müssen daher stets offen für neue Themenbereiche sein. Das bringt ihren Kunden wiederum den Vorteil, dass sie häufig in der Lage sind, Querverbindungen zu schaffen und an entscheidenden Stellen auch Strategien aus anderen Branchen zielführend in die des Kunden zu übertragen.

Im Bereich des Web-Textens kommen dann noch grundlegende technische Fähigkeiten und ein gewisses fachliches Knowhow hinzu, sowie Basiskenntnisse darüber, wie Suchmaschinen funktionieren und „denken“.

Nicht zuletzt benötigen Copywriter dann auch noch ein ausgeprägtes Sprachgefühl, das ist für ihre Arbeit essenziell. Dies ist eine Fähigkeit, die sich nicht jeder zwangsläufig im Rahmen einer Ausbildung aneignen kann; ein Texter benötigt „ein Gefühl“ für Texte. Er oder sie muss wissen, was passt und was nicht und welche Tonalität für welchen Text (und Kunden) angemessen ist.

Und genau hier kommen wir ins Spiel, die Sprachprofis.
Bei uns können Sie Ihr (fremdsprachliches) Copywriting in Auftrag geben, wir haben das passende Sprachtalent für Sie in petto.
Haben Sie bereits werbliche Texte vorliegen, die Sie nun auch in anderen Sprachen benötigen? Oder wollen Sie mit einer fremdsprachlichen Anzeige ganz neu durchstarten? Fragen Sie gerne bei uns an: info@sprachprofis.de

Sprachliche Vielfalt in Gefahr


Fast die Hälfte aller Sprachen vom Aussterben bedroht

Es gibt heute nur noch ca. 6500 bis 7000 verschiedene Sprachen auf der Welt. Ganz genau lässt sich das gar nicht sagen. Und „nur“ schreibe ich, weil man davon ausgeht, dass es im Jahre 10.000 v.Chr. noch mehr als 20.000 Sprachen gegeben haben muss.

Wirft man allerdings einen Blick auf die Zukunftsprognose der weltweiten Sprachenentwicklung, ist eine Anzahl von guten sechseinhalbtausend doch noch eine ordentliche Zahl, denn groben Schätzungen zufolge erfährt die Erde ein anhaltendes und sich verstärkendes Aussterben von Sprachen, so dass im Jahre 2200 möglicherweise tatsächlich nur noch 100 verschiedene Sprachen auf der Welt existieren bzw. aktiv von Muttersprachlern gesprochen werden.

Die drei meistgesprochenen Sprachen der Welt sind Mandarin-Chinesisch, Englisch und Spanisch. Deutsch schafft es gerade noch in die Top 10. Etwa die Hälfte der Weltbevölkerung spricht eine der zehn meistgesprochenen Sprachen, darunter auch Arabisch, Bengali und Japanisch. Die verbleibenden, mindestens 6490 Sprachen verteilen sich also auf die übrigen 50% der Menschheit. Dass hier auch kleine bis sehr kleine Sprachgemeinschaften dabei sind, für die der Erhalt und die Weitergabe ihrer Sprache eher schwierig sind, kann man sich also gut vorstellen.

Um bei den Menschen ein Bewusstsein im Hinblick auf gefährdete Sprachen zu schaffen und die Wichtigkeit des Schutzes der linguistischen Vielfalt hervorzuheben hat die UNESCO den Atlas of the World’s Languages in Danger erstellt, in dem die jeweiligen Sprachen in fünf bzw. sechs Kategorien der Gefährdung eingeteilt werden. Diese sind:

 

 

Degree of endangerment

Intergenerational Language Transmission

!

Safe

language is spoken by all generations; intergenerational transmission is uninterrupted >> not included in the Atlas

!

Vulnerable

most children speak the language, but it may be restricted to certain domains (e.g., home)

!

Definitely endangered

children no longer learn the language as mother tongue in the home

!

Severely endangered

language is spoken by grandparents and older generations; while the parent generation may understand it, they do not speak it to children or among themselves

!

Critically endangered

the youngest speakers are grandparents and older, and they speak the language partially and infrequently

!

extinct

there are no speakers left >> included in the Atlas if presumably extinct since the 1950s

 

Was sind Ursachen für das Aussterben einer Sprache?

Zum einen spielt hier der Faktor des ökologischen Risikos eine Rolle. In Gegenden, in denen Menschen eher von anderen Menschen abhängig oder auf diese angewiesen sind, entstehen mehr soziale Bindungen, was wiederum keine große Sprachenvielfalt, im Gegenteil sogar eher eine einheitliche Sprache erforderlich macht.

Dann hat die Geschichte gezeigt, dass große, starke Staaten zu sprachlicher Homogenität führen; diese wird nicht selten durch repressive Maßnahmen herbeigeführt. In Deutschland war während des Nazi-Regimes beispielsweise das Sorbische verboten und in der Türkei gilt heute wieder ein Verbot des Kurdischen im Alltag und in der Öffentlichkeit, bzw. wird die Existenz einer solchen Sprache von türkischer Seite sogar geleugnet.

Auch die Kolonisierung von Ländern bzw. jegliche Form von Fremdherrschaft hat im Laufe der Zeit zum Sterben von Sprachen beigetragen. Und nicht zuletzt hat heute natürlich auch die allgemeine Globalisierung einen großen Einfluss auf die Sprache der Menschen. Denn wer sich in dieser globalisierten Welt zurechtfinden will, der muss sich auch in ihr verständigen können.

In den meisten Fällen entsteht sprachliche Homogenität aber doch durch eine freiwillige bzw. mit der Zeit automatisch eintretende Anpassung an die Sprache der „Stärkeren“.

 

Wie sieht aktuell die Situation in Europa aus?

Ganz offiziell gibt es in Europa bzw. der Europäischen Union 24 Amtssprachen und nur ein paar mehr sind neben diesen noch offiziell anerkannt. Betrachtet man aber auch die „kleinen“, inoffiziellen Sprachen, dann kommt Europa noch auf ungefähr 200, von denen allerdings auch ein Großteil als mehr oder weniger gefährdet eingestuft wird.

Zu den vom Aussterben bedrohten Sprachen zählen zum Beispiel viele keltische Sprachen wie Walisisch, Bretonisch (die einzige keltische Sprache außerhalb der britischen Inseln) und sogar Irisch (Gälisch); obwohl letzteres sogar offizielle Amtssprache und Pflichtfach in Irland ist. Bei den romanischen Sprachen werden unter anderem Korsisch, Sardisch und Sizilianisch als gefährdet gelistet.

Sogar in Deutschland gibt es laut UNESCO 13 Sprachen, die vom Aussterben bedroht sind, darunter die friesischen Sprachen, häufig auch als Plattdeutsch bezeichnet. Besonders Nord- und Ostfriesisch/Saterfriesisch gelten als ernsthaft gefährdet. Aber auch in anderen Landesteilen Deutschlands haben sich neben dem Hochdeutschen noch weitere Sprachen erhalten, beispielsweise Bayerisch, Mosel- und Rheinfränkisch – alle drei gelten aber als potentiell gefährdet.

 

Wie können Sprachen gerettet werden?

Im ersten Moment erscheint einem das Verschwinden einer oder mehrerer kleiner und weitgehend „bedeutungsloser“ Sprachen vielleicht nicht unbedingt als ein gravierendes Problem, dem man unbedingt entgegenwirken sollte. Macht man sich aber bewusst, dass mit dem Sterben einer Sprache oftmals nicht nur der Verlust von speziellen Wörtern, Ausdrücken, besonderen Redensarten und einzigartigen Beschreibungen der (Um)Welt einhergeht, sondern damit auch eine ganz eigene Kultur zu verschwinden droht, dann bekommt diese Thematik schon wieder ein ganz anderes Gewicht.

Um das Sprachensterben aufzuhalten oder zumindest zu verlangsamen, bedarf es gezielter politischer Förderung.

Das Europäische Parlament widmet dieser Thematik große Aufmerksamkeit und erstellt eigene Themenpapiere, in denen die Situation analysiert und Lösungs- bzw. Hilfsmaßnahmen zur Rettung von Sprachen und zum Erhalt der Sprachenvielfalt in Europa erarbeitet werden.

In Irland wurde, wie bereits erwähnt, das Irische/Gälische neben Englisch zur Amtssprache erhoben und es wird in Schulen als Pflichtfach unterrichtet.

Aber nicht nur Gesetze, auch freiwillige Programme können helfen. Eine weitere Maßnahme ist zum Beispiel, Kinder mit älteren Menschen zusammen zu bringen, welche die gefährdete Sprache noch gut beherrschen. So lernen die Kleinen die Sprache und können gleichzeitig eine gewisse Verbundenheit entwickeln. Solche Programme gibt es zum Beispiel für das Friesische.

Diese Verbundenheit ist es auch, die zum weiteren Erhalt einer Sprache beitragen kann, denn es ist wichtig, dass die (potentiellen) Sprecher einen emotionalen Bezug zu dieser Sprache haben und sie für sie zu ihrer Identität gehört. Es darf nicht nur eine geschichtliche Relevanz vorliegen, die Sprache sollte auch in der Gegenwart eine Bedeutung und auch einen Nutzen für ihre Sprecher haben; es bedarf also einer gewissen Motivation, um die entsprechende Sprache auch anwenden zu wollen. Daher ist es durchaus wichtig, dass die jeweilige Sprache im Alltag der Menschen genutzt wird beziehungsweise werden kann, zum Beispiel wenn es Zeitungen, Fernsehprogramme oder ähnliches gibt, die in der gefährdeten Sprache produziert und dann rezipiert werden können.

Anglizismen –
reingeklickt und abgecheckt


Na, wie gefällt Ihnen diese Headline? Finden Sie sie okay, oder mögen Sie das Wording nicht?
Anglizismen wie diese sind aus dem heutigen Sprachgebrauch vieler Menschen überhaupt nicht mehr wegzudenken. Allein im Berufsleben kommen die meisten von uns ohne „Meetings“, „Brainstorming“ und vor allem „E-Mails“ gar nicht mehr aus. Aber auch in die Alltagssprache haben diese Ausdrücke längst Einzug gehalten: Denn auch Sie haben sich doch bestimmt schon mal beim Training richtig ausgepowert, oder?

Was ist denn nun aber ein „Anglizismus“ genau?

Als Anglizismus bezeichnet man einen sprachlichen Ausdruck, der aus dem Englischen in eine andere Sprache eingeflossen ist. Betroffen davon sind alle Bereiche eines Sprachsystems, von der Phonologie über die Formenlehre, Syntax, Semantik bis zum Wortschatz, sowie die Bereiche Sprachgebrauch und Sprachebene (Fachsprache, Alltagssprache, Slang …).

Hat sich ein englischer Ausdruck in der Sprache, in die er übernommen wurde verfestigt und wird von den meisten gar nicht mehr als Anglizismus wahrgenommen (z.B. „Keks“, vom engl. „cake“ bzw. Plural „cakes“), so spricht man von nicht mehr von Anglizismus, sondern von einem Lehnwort.

Anglizismen kommen häufig aus den Bereichen Wirtschaft („Management“, „Teamwork“, „Designer“) und Technik („Laptop“, „Software“, „Receiver“). Aber auch in der Alltagssprache, und ganz besonders in der Jugendsprache, sind sie mit der Zeit mehr und mehr zu finden; ein Satz wie „Meine coolen neuen Sneakers trage ich heute Abend zum Open Air.“ kommt heute wahrscheinlich niemandem mehr seltsam vor.

Die Verwendung zu vieler und häufig auch unnötiger, wenn nicht gar falscher englischer Begriffe kann aber auch zu Unverständnis führen und eine „Sprache“ erzeugen, die gemeinhin als Denglisch bezeichnet wird.

Der Verein Deutsche Sprache (VDS) unterteilt Anglizismen in drei Kategorien:

  1. Ergänzende Anglizismen (machen nur etwa 3% aus), die aus dem Englischen übernommen wurden, weil sie eine Lücke in der deutschen Sprache füllen und eine differenziertere Ausdrucksweise ermöglichen, die ohne diese Anglizismen nur schwer erreichbar wäre. Beispiele: Team, Dimmer, App
  2. Differenzierende Anglizismen (ca. 18% aller Anglizismen) für Begriffe, die so im Deutschen noch nicht existieren. Sie kommen zum Beispiel häufig aus der IT, da viele Entwicklungen aus den Bereichen Computer, Software und Internet im englischsprachigen Raum entstanden sind. Beispiele: Data Mining, Permalink, Facility Management
  3. Verdrängende Anglizismen bilden die größte Gruppe (rund 79%). Wörter dieser Kategorie werden verwendet, obwohl adäquate deutsche Begriffe vorhanden und bekannt sind. Beispiele: Sabbatical (statt Auszeit), Access (statt Zugriff), Wallpaper (statt Bildschirmhintergrund)

Manchmal sind vermeintliche Anglizismen aber auch gar keine. Seit Wochen ist das Wort „Homeoffice“ in aller Munde. Im ersten Moment möchte man doch denken, dass nun auch alle Briten, US-Amerikaner und andere Personen aus einem englischen Sprachraum im Homeoffice sitzen. Doch in diesen Regionen würden sich die meisten Menschen fragen, was ein „Homeoffice“ überhaupt sein soll. Denn im Englischen spricht man von „working from home“ oder „remote working“, wenn man ausdrücken möchte, dass man von zu Hause arbeitet. Die Deutschen mögen Anglizismen und sind im Zweifel kreativ genug, sich selbst welche auszudenken. Ein weiteres populäres Beispiel für solche „Scheinanglizismen“ ist das Wort „Handy“, welches bei uns ein Mobiltelefon bezeichnet, im Englischen aber nicht einmal für einen Gegenstand steht, sondern ein Adjektiv ist und so viel wie „praktisch“, „nützlich“ oder „geschickt“ bedeutet.

Übersetzen von Anglizismen
Viele Anglizismen, vor allem Scheinanglizismen, können weniger sprachgewandte Sprecher bzw. Hörer unter Umständen schnell aufs Glatteis führen. Es ist nicht immer ganz klar, wie beim Übersetzen mit Anglizismen verfahren werden sollte. Verschiedene englische Begriffe sind unterschiedlich stark ins (hier beispielhaft) Deutsche „eingebürgert“ und werden nicht von allen Bevölkerungsgruppen gleichermaßen verstanden. Es gibt hier keine Richtlinie, an die man sich halten kann und keine Faustregel à la „Wenn die Oma es versteht, muss es nicht übersetzt werden“. An dieser Stelle kommt es auf den Kontext an, in dem der zu übersetzende Text steht und natürlich auch auf die Zielgruppe, an die er sich richtet. Ist jedem klar, dass es um (Unter-) Hosen geht, wenn von „Shorts“ die Rede ist? Ist es in diesem oder jenem Kontext sinnvoll, aus einem „Bodyguard“ einen „Personenschützer“ oder aus „Camping“ „Zelten“ zu machen? Trifft es das Gemeinte vielleicht eher, wenn man statt „das Heruntergeladene“ „der Download“ sagt? Sollte der „best seller“ auch im Deutschen der „Bestseller“ sein, selbst wenn es gar nicht um Bücher geht?
All diesen Schwierigkeiten und Fragen sind sich professionelle und kompetente Übersetzer bewusst und sie können mit ihrem Sprachgefühl und ihrer Expertise sicher entscheiden, ob ein Anglizismus an der entsprechenden Stelle angebracht ist, oder ob sie eine Übersetzung oder Entsprechung in der Zielsprache verwenden sollten.

Lingua franca, Pidgin oder schon Kreol?


Sie verstehen nur Bahnhof?
Was hier für den ein oder anderen vielleicht eher nach besonderen Schmuckstücken oder kulinarischen Köstlichkeiten klingt, sind in Wirklichkeit Bezeichnungen für verschiedene Sprachen bzw. Sprachphänomene.
Als Linguist oder Übersetzer sind Ihnen diese Begriffe sicher nicht fremd, allen anderen Interessierten sei hier einmal kurz beschrieben, was sich hinter dem jeweiligen Ausdruck verbirgt, denn auch Sie benutzen womöglich (oder sogar wahrscheinlich) selbst hin und wieder eine Lingua franca.



Die Lingua franca, eine „fränkische Sprache“?

Mit dem, was wir heute gemeinhin als „Fränkisch“ bezeichnen, hat die Lingua franca tatsächlich überhaupt nichts zu tun. Übersetzt bedeutet dieser italienische Begriff zwar wirklich „fränkische Sprache“, gemeint ist aber entweder
a) eine im Mittelalter entstandene und gesprochene Handels- und Verkehrssprache
oder
b) eine natürliche Sprache, die Personen mit unterschiedlichen Muttersprachen als Verkehrssprache dient.

Erste Formen der ursprünglichen Lingua franca (a) wurden vermutlich in der Zeit der Kreuzzüge entwickelt, aber erst ab dem 16. Jahrhundert gibt es vermehrt Quellen, die ihre Existenz belegen. Es handelt sich bei der Lingua franca um eine eigene Sprache auf romanischer Basis mit Elementen und Einflüssen nicht-romanischer Sprachen, vor allem aus dem Arabischen, Persischen und Griechischen.
Die Benennung als „fränkische“ Sprache rührt wahrscheinlich daher, dass Westeuropäer/„Abendländer“, von Sprechern der zuvor genannten Sprachen damals verallgemeinernd als Franken bezeichnet wurden.
Gesprochen wurde die Lingua franca bis ins 19. Jahrhundert hinein, insbesondere an der Süd- und Ostküste des Mittelmeers. Sie ermöglichte die Kommunikation zwischen Seeleuten und Händlern aus dem arabischen Sprachraum und Europäern, hauptsächlich Italienern, Spaniern und Franzosen.
Sie hat sich nie wirklich als Schriftsprache etabliert.

Wenn heute von einer Lingua franca die Rede ist, bezieht sich der Ausdruck auf eine Sprache, die von Personen mit verschiedenen Muttersprachen als gemeinsame Verkehrssprache herangezogen wird (b). Sie ermöglicht also eine Verständigung, ohne dass ein Dolmetscher oder ähnliches benötigt wird.
Linguae francae spielen auch heute im Hinblick auf den globalen Handel eine große Rolle, sie werden aber auch in Politik, Wissenschaft, Verwaltung und natürlich im Tourismus eingesetzt. Die bekannteste und wichtigste internationale Verkehrssprache ist Englisch. Je nach Schätzung wird es von bis zu 1,5 Milliarden Menschen verstanden – als Mutter-, Zweit- oder Fremdsprache. Daneben sind vor allem Spanisch und Französisch, aber auch Arabisch und Chinesisch zu nennen.
Linguae francae werden aber nicht nur im globalen Kontext genutzt, sondern teilweise auch auf nationaler Ebene. Länder mit mehreren verschiedenen Sprachgemeinschaften machen sich Verkehrssprachen für eine gemeinsame Kommunikation zunutze, so zum Beispiel Indien. Dort werden weit mehr als 100 unterschiedliche Sprachen gesprochen, die Amtssprachen Englisch und Hindi werden aber von allen Bürgern als Lingua franca genutzt und verstanden.

Pidgin und Kreol -– Phänomene einer eroberten Welt

Es gibt Kommunikationssituationen, in denen die Beteiligten keine gemeinsame natürliche Sprache verstehen und sprechen, die ihnen als Lingua franca dienen könnte. Da häufig aber dennoch ein Bedarf an Verständigung herrscht, wird versucht, mit den sprachlichen Mitteln aller Parteien zu kommunizieren, woraus sich in der Geschichte zum Teil ganz neue Sprachen entwickelt haben, die sogenannten Pidgin-Sprachen.

Ein Pidgin hat zunächst keine muttersprachlichen Sprecher. Es ist eine Hilfssprache, die als Fremdsprache erlernt und in ihrer grammatischen Struktur in der Regel stark vereinfacht ist. Solche Sprachen entstanden vor allem in kolonialen Situationen, in denen die Sprache der Kolonialherren auf die der einheimischen Bevölkerung traf. Meist basierte das Pidgin auf der Sprache der dominanten Gruppe, also auf Englisch, Französisch, Spanisch oder Portugiesisch. Ergänzt wurde es mit Elementen der heimischen Sprache und unter gewissen Umständen (Sklaven aus anderen kolonialisierten Ländern) auch weiterer Sprachen, diente aber häufig nur wenigen Zwecken, wie zum Beispiel einer rudimentären Kommunikation für Handel, Arbeit oder mehr oder weniger erzwungene soziale Kontakte, etwa in Arbeitslagern, was eine weitere Ausarbeitung und Entwicklung des Pidgin meist überflüssig machte.
Die mittelalterliche Lingua franca war folglich auch eine Pidgin-Sprache.

Hat sich ein Pidgin nun aber irgendwann sogar zur Muttersprache einer Personengruppe entwickelt, wird es nicht mehr als Pidgin, sondern als Kreol-Sprache bezeichnet. Dafür muss das Pidgin aber lange genug stabil existieren.
Eine Kreol-Sprache unterschiedet sich von ihren Ausgangssprachen in Grammatik und auch im Lautsystem. Gegenüber Pidgin-Sprachen zeichnen sich kreolische Sprachen durch ihr umfangreicheres Vokabular, ihre wesentlich kompliziertere Grammatik und einen einheitlichen Sprachgebrauch aus. Im Allgemeinen besitzen sie zwar eine regelmäßige, aber einfache Grammatik, haben eine feste Wortstellung und vermeiden eher schwierige Lautverbindungen. Ihre, im Gegensatz zu Pidgin, höhere Komplexität, kommt wahrscheinlich daher, dass sie nicht nur zu Kommunikationszwecken eingesetzt werden, sondern auch den expressiven und integrativen Funktionen einer Sprechgemeinschaft gerecht werden mussten/müssen.
Die Kreol-Sprache mit den meisten Sprechern ist das haitianische Kreol, es wird von mehr als zehn Millionen Menschen gesprochen.

Übersetzung oder Transkreation?


Uns als Übersetzer erreichen häufig Anfragen bzw. Aufträge, die, auch wenn sich die oder der AuftraggeberIn dessen in der Regel gar nicht bewusst ist, einen einfachen Übersetzungsauftrag weit überschreiten. Das reicht dann vom Wunsch nach kleinen Änderungen eines bereits übersetzten Texts, damit dieser z.B. idiomatischer, „griffiger“ klingt, bis hin zu einem Auftrag zum „Korrekturlesen“, welches letztendlich in ausführlichem Um- bzw. Neuschreiben mündet und somit weit über eine „normale“ Übersetzung hinausgeht. Nicht nur, was den zeitlichen Aufwand betrifft, sondern vor allem, was die Kompetenzen des angesprochenen Übersetzers anbelangt. Übersetzungen dieser Art können als „Transkreationen“ bezeichnet werden. Was das genau ist und wo der Unterschied zu einer gewöhnlichen Übersetzung liegt, soll hier im Folgenden einmal kurz erläutert werden.

Transkreation –- Was ist das?
Der Begriff „Transkreation“ ist eine Wortschöpfung aus den Worten „Translation“ und „Kreation“ (oder auch „kreativ“) und bezeichnet einen Prozess, bei dem ein Text nicht nur übersetzt, sondern auch kreativ bearbeitet bzw. durch eigene Kreation des Übersetzers in eine Zielsprache übertragen wird. Es handelt sich also im Grunde schon noch um eine Übersetzung, die Erstellung einer Transkreation erfordert aber ein etwas anderes Vorgehen und andere Denkprozesse des Bearbeitenden. Es werden weniger bestimmte Worte, sondern eher eine bestimmte Vorstellung auf kreative Art und Weise in die Zielsprache übersetzt. Transkreationen werden bisweilen auch als internationales Copywriting oder als Kreativübersetzungen bezeichnet und sind eine Form des übersetzenden Textens.

In welchen Situationen wird eine Transkreation benötigt?
Eine Transkreation kommt in der Regel meistens dann zum Einsatz, wenn Texte in eine andere Sprache übertragen werden sollen, die nicht bloß reine Fakten, sondern auch Emotionen transportieren müssen. Bei technischen Dokumenten wie Gebrauchsanweisungen und ähnlichem spielt dies also keine große Rolle.
Marketing-, PR- oder Werbetexte (wie z.B. Slogans) hingegen vermitteln, häufig mit nur wenigen Worten, eine präzise Botschaft und wecken beim Publikum eine bestimmte Vorstellung, bestimmte Gefühle. Da dies aber oftmals vor dem Hintergrund von landes- bzw. kulturspezifischem Wissen, gängigen Redewendungen und anderen sprachlichen Mitteln geschieht, würde eine herkömmliche Übersetzung hier ins Leere laufen. Bei einer Transkreation werden genau solche Inhalte identifiziert und die veränderten kulturellen Bedingungen und Zusammenhänge berücksichtigt, um mit äquivalenten Möglichkeiten der Zielsprache und -kultur einen neuen Text zu kreieren. Man könnte sozusagen auch vom „Einbürgern“ eines Textes sprechen.

Ein konkretes Beispiel für eine Transkreation ist der Werbeslogan der Supermarktkette LIDL. Aus dem in Deutschland genutzten Original „LIDL lohnt sich“ wurde in Italien „LIDL è per te“ („LIDL ist für dich“) und in der italienischen Schweiz „Lidl conviene sempre“ („LIDL passt immer“).

Worin besteht der Unterschied zu einer „normalen“ Übersetzung?
Bei einer „normalen“ Übersetzung, insbesondere bei technischen Texten, kann sich der Übersetzer häufig am Ausgangstext entlanghangeln, ohne großartig von der Struktur und Wortwahl des Originals abweichen zu müssen. Ganz im Gegenteil: die Terminologie spielt sogar eine wichtige Rolle und darf unter keinen Umständen im Rahmen kreativer Freiheit ausgetauscht oder verändert werden.
Das Vorgehen bei einer Transkreation hingegen ist ein völlig anderes. Hier wird der Ausgangstext zu Beginn des Prozesses einmal komplett dekonstruiert. Der Übersetzer muss die spezifischen sprachlichen Verweise erkennen, herausarbeiten und angemessen für das Zielpublikum aufbereiten. Außerdem ist bei solchen Texten ein vorheriges Briefing extrem wichtig, bei dem Auftraggeber und -nehmer genau klären können, was der Zieltext am Ende vermitteln soll.

Was zeichnet eine „gute“ Transkreation aus?
Inwieweit darf/sollte man sich vom Original lösen?
Speziell Marketing- und Werbetexte sollen ihr Publikum nicht bloß erreichen, sondern vor allem bewegen. Von einer guten, erfolgreichen Transkreation kann man sprechen, wenn der adaptierten Fassung die Adaption nicht anzumerken ist. Der Text muss zum Zielmarkt passen – sowohl in sprachlicher und inhaltlicher, als auch in kultureller und funktioneller Hinsicht.
Ziel und zugleich Herausforderung bei der Erstellung einer Transkreation ist es, sich bewusst weit vom Ausgangstext zu lösen und in die Welt des Zielpublikums einzutauchen, damit der zielsprachliche Text bei seinem Leser die gleichen Gefühle hervorruft wie das Original im Leser der Ausgangssprache.

Oftmals bietet sich für Kunden eine Kombination aus mehreren Services an, beispielsweise eine Transkreation für einen Slogan, Copywriting für den Blog des Unternehmens und eine Adaption für Pressemitteilungen.
In jedem Fall sollten Auftraggeber transkreative Leistungen von Beginn an angemessen begleiten, um somit das bestmögliche Ergebnis dabei heraus zu holen.

Übersetzen in der Europäischen Union


Der Staatenverbund der Europäischen Union umfasst, nach kürzlichem Austritt des Vereinigten Königreichs, 27 Mitgliedsstaaten, in denen 24 verschiedene Amtssprachen gesprochen werden. Dass Übersetzen in der EU also ein großes Thema sein dürfte, versteht sich von selbst.
Die verbreitetsten Sprachen sind Englisch, Deutsch und Französisch, welche, inklusive Spanisch, auch häufig als Relaissprache fungieren. (Unter „Relaissprache” versteht man die Übersetzung aus einer Originalsprache, die wiederum als Basis für weitere Übersetzungen herangezogen wird.)

Um aber nicht jedes Mal den Umweg über eine Relaissprache gehen zu müssen, wenn Angehörige zweier Sprachgemeinschaften miteinander kommunizieren wollen, und damit alle Mitglieder gleichberechtigt am Geschehen und dem Betrieb in der EU teilhaben können, gibt es die Generaldirektion Übersetzung.
Die Generaldirektion Übersetzung übersetzt Texte für die Europäische Kommission in die und aus den 24 Amtssprachen der EU und, falls erforderlich, auch aus einigen weiteren. Die hier tätigen Übersetzer übersetzen Strategiepapiere, Rechtstexte, Verwaltungsschreiben und Internetseiten, welche von der Kommission erstellt oder an sie übermittelt werden; üblicherweise in ihre Mutter- bzw. Hauptsprache.

In den Zuständigkeitsbereich der Generaldirektion Übersetzung fällt auch die Unterstützung der Kommission bei der Öffentlichkeitsarbeit, um den Bürgerinnen und Bürgern die EU-Politik näher zu bringen. Sie überarbeitet von Kommissionsbeschäftigten verfasste Originaldokumente, berät Kommissionsdienststellen zu sprachlichen Aspekten und der Verwaltung mehrsprachiger Websites und gewährleistet die richtige Terminologie in allen EU-Amtssprachen. Wie wichtig ein vernünftiges Terminologie-Management für korrekte Übersetzungen ist, haben wir hier ja bereits zuvor schon einmal erläutert. (Terminologiemanagement - Was ist das und welche Vorteile gibt es? »)

Im Falle der EU geschieht dies mit Hilfe der „IATE“-Datenbank. IATE steht für „Interactive Terminology for Europe” und ist die mehrsprachige und interinstitutionelle Terminologie-Datenbank der EU. Seit Sommer 2004 wird sie von den Institutionen und Einrichtungen der EU zum Sammeln, Verbreiten und Verwalten von EU-spezifischer Terminologie genutzt und enthält derzeit über 7.952.000 Benennungen, die von einer in eine der 24 EU-Amtssprachen übertragen werden können – in beliebiger Kombination. Die Datenbank wird fortwährend aktualisiert und auf dem Laufenden gehalten: neue Einträge werden hinzugefügt, alte bzw. nicht mehr zutreffende Benennungen werden gelöscht. Dieses Tool bietet also eine hervorragende Grundlage und Unterstützung für Übersetzer; und das nicht nur innerhalb der EU-Institutionen, denn die Seite ist öffentlich zugänglich und kann von jedem genutzt werden.

Neben der Generaldirektion Übersetzung gibt es auch noch das Übersetzungszentrum für die Einrichtungen der Europäischen Union. Dieses erbringt Sprachendienste (neben Übersetzungen z.B. auch Revisionen, allgemeine Textbearbeitung, Terminologiearbeit, …) für Agenturen und andere Einrichtungen der EU in Europa und arbeitet mit den übrigen Übersetzungsdiensten der EU zusammen. Das Zentrum unterstützt auch die Übersetzungsdienste anderer EU-Institutionen und sonstigen Einrichtungen, wenn diese stark überlastet sind, und hilft ihnen bei Sonderprojekten.
Die Europäische Union stellt auf ihren Seiten auch diverse Hilfsmittel für das Verfassen und Übersetzen von Texten zur Verfügung. Neben der oben erwähnten „IATE“-Datenbank findet man auch eine Übersichtsseite mit Kürzeln und Akronymen aus jeder EU-Sprache, aufgelistet von A-Z, sowie Richtlinien für Übersetzungsdienstleister, die für jede Zielsprache abgerufen werden können und unter anderem feststehende Namen von Institutionen und die Verwaltungsstruktur der EU auflisten. Und damit bereits ein sprachlich einwandfreier und somit leichter zu übersetzender Text von EU-Mitarbeitern und externen Zuarbeitenden erstellt werden kann, findet man dort auch ein recht ausführliches Handbuch zum Thema („Claire’s Clear Writing Tips“).

Ganz zeitgemäß gibt es auf den Seiten der Europäischen Union natürlich auch einen maschinellen Übersetzungsservice. „eTranslation“ ist kostenlos online verfügbar, kann aber, im Gegensatz zu „IATE“, nur von europäischen öffentlichen Verwaltungen, kleinen und mittleren Unternehmen, Sprachfakultäten von Hochschulen und Projekten im Rahmen der Fazilität „Connecting Europe“ genutzt werden. Die Plattform wurde im November 2017 gestartet, es gab aber schon vorher einen maschinellen Übersetzungsservice der Europäischen Kommission. Auch hier kann wieder von allen in alle EU-Amtssprachen übersetzt werden. Dennoch gilt, wie allgemein bei maschinell erstellten Übersetzungen, dass auf diese Weise ausschließlich Rohübersetzungen geliefert werden, die einen groben Überblick über Inhalte und einen Ausgangspunkt für eine spätere, von Menschen erstellte Übersetzung darstellen können. Wer sich näher für das Thema „maschinelle Übersetzung“ interessiert, kann gerne noch weiter in unserem Blog stöbern; auch hierzu gibt es bereits einen kurzen, informativen Artikel. (Was ist maschinelle Übersetzung »)

Neben schriftlichen Texten, die es zu übersetzen gilt, spielt aber natürlich auch das gesprochene Wort innerhalb dieser Institution und seiner verschiedenen Organe eine wichtige Rolle.
Das Europäische Parlament, die Europäische Kommission und der Gerichtshof der Europäischen Union verfügen jeweils über einen eigenen Dolmetschdienst, aber auch Freelance-Dolmetscher sind dort tätig, welche regelmäßig mit den fest angestellten Dolmetscherinnen und Dolmetschern zusammenarbeiten. Im Fokus stehen natürlich wieder die 24 Amtssprachen der EU, aber auch andere Sprachen werden benötigt.
Wie beim Übersetzen werden auch hier hohe Anforderungen an potenzielle Mitarbeiter gestellt. Auf den Seiten der EU findet sich eine genaue Übersicht darüber, welche Fremdsprachen man zu welcher Muttersprache beherrschen sollte (die Situation kann sich allerdings je nach aktueller Lage stets ändern), um überhaupt erst mal für einen Vorauswahltest in Frage zu kommen. Dieser muss bestanden werden, um danach zu einem Akkreditierungstest, welcher direkt in Brüssel vor einem Prüfungsausschuss stattfindet, zugelassen zu werden. Dessen Bestehen sichert dann die Aufnahme in die gemeinsame Datenbank der Vertragsdolmetscher der drei zuvor genannten Organe der EU – ein akribisches Verfahren zur Sicherung höchster Qualität bei häufig sensiblen Themen.

Die Europäische Union ist also im Hinblick auf intersprachliche Kommunikation bestens und umfassend organisiert.

Gruß und Kuss


Der Kuss dürfte im geschäftlichen Umgang miteinander wohl eher die Ausnahme bleiben. Aber über die Grußformel unter einer Business Email lohnt es sich durchaus nachzudenken. Von einem empathischen „Liebe Grüße“ oder „Herzliche Grüße“ über ein knappes „VG“ bis hin zum formellen „Mit freundlichen Grüßen“ steckt die ganze Bandbreite in unserem Posteingang. Um eine Mail persönlicher zu gestalten, wird manchmal auch ein Ort („aus Berlin“) inklusive Wetterbericht („aus dem sonnigen Hannover“) hinzugefügt.

Wie wäre es aber, wenn Sie Ihre Kunden und Partner in Ihrer deutschen oder englischen Email am Ende mit einer Schlussformel in deren Landessprache überraschen?

Wir haben da etwas vorbereitet. In der Liste unten können Sie je nach Muttersprache Ihres Ansprechpartners eine Grußformel aussuchen und unter Ihre nächste Mail kopieren. Und sollte es Freitag kurz vor Feierabend sein, fügen Sie noch „ein schönes Wochenende“ hinzu. Manchmal machen kleine Dinge einen großen Unterschied.

Sprache

Formell

Informell

und ein schönes Wochenende

Bulgarisch

С уважение,

Поздрави,

С пожелание за приятен уикенд

Dänisch

Med venlig hilsen

Mange hilsener

Eher unüblich

Estnisch

Lugupidamisega

Tervitades

ja ilusat nädalavahetust soovides

Englisch (UK)

Yours sincerely

Best regards

Have a nice weekend

Englisch (US)

Sincerely

Regards

Have a great weekend

Finnisch

Ystävällisin terveisin

Terveisin

Hyvää viikonloppua

Französisch

Salutations distinguées

Cordialement

Je vous souhaite un bon week-end

Italienisch

Cordiali saluti

Cari saluti

Buon fine settimana

Griechisch

Με φιλικούς χαιρετισμούς

Με φιλικούς χαιρετισμούς

Με ευχές για ένα καλό Σαββατοκύριακο

Kroatisch

Srdačan pozdrav

Lijep pozdrav

Ugodan vikend

Litauisch

Pagarbiai

Geros dienos

Gero savaitgalio

Niederländisch

Met vriendelijke groeten

Hartelijke groeten

Fijn weekend

Norwegisch

Med vennlig hilsen

Hilsen

Ha en godhelg.

Polnisch

Z poważaniem

Pozdrawiam

Miłego weekendu

Portugiesisch

Com os melhores cumprimentos

Um abraço

e bom fim de semana

Rumänisch

Curespect

Salutări cordiale

Un sfârşit de săptămânăplăcut

Russisch

С наилучшими пожеланиями

Пока

Eher unüblich

Schwedisch

Med vänliga hälsningar

Hälsningar

och ett trevligt veckoslut

Serbisch

Srdačan pozdrav

Lep pozdrav

Srdačan pozdrav i prijatan vikend

Slowakisch

S pozdravom

S pozdravom

Želimo Vam prijeten konec tedna

Slowenisch

S prijateljskimi pozdravi

Lep pozdrav

Eher unüblich

Spanisch

Atentamente

Un saludo

Eher unüblich

Türkisch

İyi çalışmalar

Sevgiler (loves, plural of love).

İyi hafta sonları

Ukrainisch

З найкращими побажаннями

Пока

Eher unüblich

Ungarisch

Üdvözlettel

Üdvözlettel

Freundliche Grüße und ein schönes Wochenende: Kellemes hétvégét kívánva üdvözlettel.

Wörter auf Wanderschaft


Neben den falschen Freunden, die wir kürzlich vorgestellt haben, gibt es noch Lehnwörter. Lehnwörter sind das Gegenteil von falschen Freunden: Sie treten in verschiedenen Sprachen auf bedeuten stets dasselbe. Solche Wörter werden vor allem von Sprachen „exportiert“, deren Sprecher einen Einfluss auf andere Kulturen haben. Diese Sprachkontakte entstanden früher durch Völkerwanderungen, Kriege und heute eher dadurch, dass eine Sprechergemeinschaft auf bestimmten Gebieten führend in der Forschung oder anderweitig sehr erfolgreich ist.

Manche beklagen sich über die große Zahl von Anglizismen, die seit einigen Jahren in die deutsche Sprache eingeflossen sind. Vorher allerdings gab es auch deutsche Wörter, die in das Englische aufgenommen wurden, wenn auch in geringerem Ausmaß. So spricht man von hinterland, strudel, zeitgeist, weltschmerz, (German) angst.

Lehnwörter

Als echte Exportschlager kann man kindergarten, schnaps, kitsch, kaputt, zickzack bezeichnen. Diese Wörter existieren in mindestens sieben Sprachen.

In Russland isst man gern butterbrot, wobei das Brot allerdings mit vielen Dingen, außer mit Butter belegt ist. Brandmauer bedeutet im Russischen das, was wir interessanterweise als Firewall bezeichnen. Wenn die Kurse an der Börse extrem fallen, herrscht in New York und London Panik vor einem krach, deutsche Börsianer hingegen fürchten sich vor einem Crash.

Was nicht passt, wird passend gemacht: Lehnwörter werden manchmal an die eigene Aussprache oder Schreibweise angepasst. Aus dem Kugellager wird im Finnischen kuulalaakeri.

Wenn in Japan das Wort Arubaito fällt, geht es um nicht um Arbeit im Allgemeinen, sondern um einen meist ungeliebten Nebenjob.

Falsche Freunde


Wörter auf Wanderschaft


Wer braucht schon falsche Freunde? Weder im wahren Leben noch in der Interlinguistik sind sie erwünscht. Je schneller man sie identifiziert, desto besser.

Sprachlich versteht man darunter Wörter, die in zwei verschiedenen Sprachen gleich oder sehr ähnlich klingen, aber etwas ganz anderes bedeuten.

Wissen Sie, was sich hinter den folgenden Begriffen verbirgt?

False friends

Chef

Übersetzungsbüro Hannover
technische Übersetzungen aus Hannover

Im Englischen ist der Chef ein „boss“. Der „chef“ arbeitet in Restaurants als Koch.

engaged

Übersetzungsbüro Hannover
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Der Zustand zwischen verliebt und verheiratet, also verlobt. Jemand, der sich engagiert, wird im Englischen als „committed“ bezeichnet.

Hose

Übersetzungsbüro Hannover
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Das dürfte als Kleidungsstück ziemlich eng werden, denn es bedeutet „Schlauch“.

Billion

Übersetzungsbüro Hannover
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Ein schwieriger Fall. Aus dem Mund eines Briten heißt es ebenfalls „Billion“. Für Amerikaner ist es nur eine Milliarde.

Gymnasium

Übersetzungsbüro Hannover
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Hier wird im Englischen nicht Latein gelernt, sondern Sport getrieben. Es ist eine Turnhalle. Das deutsche Wort „Gymasium“ wird mit „grammar school“ (BE) oder „high school“ (AE) übersetzt, obwohl die Schulsysteme nicht direkt vergleichbar sind.

Handy

Übersetzungsbüro Hannover
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Das haben Sie wahrscheinlich schon gewusst: das Ding, ohne das unser Leben nicht mehr denkbar ist, heißt auf Englisch „mobile phone“ oder „cellphone“. Im Englischen ist „handy“ ein Adjektiv und bedeutet „praktisch“.

Faux amis

Regisseur

Übersetzungsbüro Hannover
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Dasselbe Wort für zwei verschiedene Berufe. Im Französischen versteht man unter „régisseur“ einen Verwalter, ein Regisseur dagegen ist ein „metteur en scène“.

Tablette

Übersetzungsbüro Hannover
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Nehmen Sie bei Kopfschmerzen in Frankreich lieber „un comprimé“, denn „une tablette“ wäre ein „Brett“ (oder „Fach“). Davon könnten die Kopfschmerzen nur noch schlimmer werden.

Rakete

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Besser, der Gegner bewaffnet sich mit „la raquette“, denn das ist ein friedlicher Tennisschläger. „Rakete“ heißt auf Französisch „missile“.

Falsos amigos

El vaso

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Bitte nur aus el vaso (Glas) trinken! Nicht aus der Vase.

El mantel

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Im Winter in „el mantel“ herauszugehen, dürfte für Aufsehen sorgen und zumindest in Deutschland zu kalt sein, denn es bedeutet „Tischtuch“. Ziehen Sie in Spanien lieber „un abrigo“ an.

La carta

Übersetzungsbüro Hannover
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In „una carta“ können Sie viel mehr schreiben als auf einer Postkarte. „La carta“ heißt „Brief“, eine Postkarte ist „una postal“. Für den geografischen Überblick empfiehlt sich „una mapa“ (oder Google Earth) und beim Kellner bitten Sie um „el menú“.

La infusión

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Wenn man Ihnen im Restaurant „una infusión“ anbietet, müssen Sie nicht fürchten, dass der Küchenchef einen schlechten Tag hatte. Es ist nur ein Kräutertee. Das deutsche Wort „Infusion“ bedeutet „el suero“.

Und dann gibt es noch Wörter, die gleich geschrieben werden, und auch tatsächlich dasselbe bedeuten. Dazu mehr im nächsten Artikel!